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Karen – the Supertrader

Unter dem YouTube Kanal tastytrades gibt es ein Interview zu einer „Karen“, die angeblich aus 100.000 USD mehrere Millionen USD ertraded hat.

Und man höre und staune – das mit Optionsverkäufen.

Hier ist eine kurze Zusammenfassung ihrer Strategie :

Gehandelte Instrumente : volle Kontrakte auf den SPX, RUT und NDX. Wobei das Hauptaugenmerk derzeit auf dem SPX liegt.

Strategie :

Short Puts und Calls, die zu Strangles kombiniert werden ( aber nicht Delta Neutral )

Sie hatte anfangs Iron Condors gehandelt, ist aber wegen der besseren Profite ausschließlich zu Strangles übergegangen.

 

Strike Auswahl :

Calls : 10% ITM Probability – keine Rücksicht auf das Delta, Versuch dabei über Widerstandslevel zu gehen

Puts : 5% ITM Probability, entspricht ungefähr einem 12% Rückgang im Underlying

Das heißt, das sie grundsätzlich erstmal mit einem negativen Delta fährt. Allerdings verkauft sie mehr Puts als Calls, so dass diese Aussage nur für den einzelnen Strangle gilt. Auf die Frage warum mehr Puts als Calls, kommt die einfache Antwort : Es gibt dort mehr Prämie bei gleichzeitig weiter entfernterem Strike.

 

Verfallszeitraum :

Positionen werden um die Verfallstermine in 8 Wochen ( 56 Tage ) herum aufgebaut, um weiter OTM gehen zu können. Dazu werden 50% des Net Liquidation Wertes als Position aufgebaut.

Wird adjustiert oder aufgestockt, so werden immer Optionen des gleichen Verfallsdatums dazu verkauft. Nicht aus anderen Verfallszyklen.

Entry :

Positionen werden „legged in“ aufgebaut, das heißt wenn der Markt steigt verkauft sie in den steigenden Markt Calls, und in fallende Märkte Puts.

Exit : ( nicht ganz klar )

Nach einem Monat, außer wenn die Position extrem weit OTM ist ( zirka 1 % ITM Probability )

Money Management :

Initial Position mit 50% des Net Liquidation Wertes, bis hin zu 70/80% bei Adjustierungen. Wenn ich das richtig verstehe, meint Sie damit das Verhältnis Margin / Net Liquidation Value.

Rechtfertigt die hohe Kapitalbindung mit den weit entfernten OTM Strikes.

Adjustierungen :

Adjustiert, wenn eine Position eine ITM Probability von 30% erreicht. Rollt die Position und verkauft dabei eine so hohe Anzahl an Kontrakten, dass die vorher eingenommene Prämie erhalten bleibt.

Beispiel :

1.1.2013 Sell 1xPut 950 RUT 500 USD Credit ITM Prob : 5%
18.1.2013 Buy to Cover 1xPut 950 RUT 1500 USD Debit ITM Prob : 31 %
18.1.2013 Sell 3xPut 970 RUT 1500 USD Credit ITM prob : 5%
Summe 500 USD Credit

Dabei wird nicht auf eine Delta-Neutralität der Gesamtposition geachtet.

Eine Ausnahme macht Sie bei starken Sell-Off´s im Underlying. Dann wird der Profit / Prämie für den Monat aufgegeben und in weiter entferntere Monate gerollt, so dass der Markt wieder Zeit hat sich zu beruhigen.

Es werden sonst keine Art von Stop-Losses verwendet.

 

Kommentar :

Immer wieder tauchen – gerade in den USA, aber auch in Deutschland – sog. Supertrader auf. Meist wird um diese Person ein Medienhype inszeniert. Monate später hört man nichts mehr diesen „Talenten“.

In wie weit diese „Karen“ zu der beschriebenen Gruppe gehört kann ich nicht beurteilen. Entweder hat Sie diese in YouTube beschriebene Performance tatsächlich erreicht ( was man jetzt mal glauben darf) oder wir haben es mit einem professionellen Fake zu tun. Das diese Art des Tradens profitabel ist ist unumstritten. Ob allerdings ihre Art des Risiko und Positionsgrößen Managements ruhige Nächte garantiert möchte ich stark anzweifeln. Zugute halten kann man der Tradergruppe um „Karen“, dass sie permanent die Positionen überwachen und dies nicht nur 1-2 mal pro Tag. Man sollte davon ausgehen, dass sie auch dementsprechend schnell eingreifen können. Es gilt auch hier : Naked Shorts sind nicht riskanter als der direkte Handel eines Future Kontrakts. Es kommt auf das Risikomanagement an. Und ohne Risiko keine Rendite jenseits der Anleihenmärkte.

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